Wie gestalten wir den Übergang "Kindergarten -Schule"

Übergang Kindergarten - Schule

Der Übergang vom Kindergarten in die Schule stellt für jedes Kind einen bedeutenden Entwicklungsschritt dar. Dieser Übergang ist ein längerer Prozess, der im letzten Kindergartenjahr beginnt und auch mit dem Tag der Einschulung längst nicht abgeschlossen ist. Aber nicht nur für das Kind sind damit enorme Veränderungen verbunden, sondern auch für Eltern stellen sich viele Fragen. Es gibt Unsicherheiten, Ängste, aber natürlich auch Vorfreude und Neugier. Im Folgenden werden die Bedeutung der Schulvorbereitung und die Kooperation mit der Sepp-Herberger-Grundschule, so wie wir sie im Kindergarten praktizieren, dargestellt.

Kindergarten und Schule, Eltern und Kinder gestalten den Prozess des Übergangs von der einen zur anderen Institution gemeinsam.

Schulvorbereitung im evangelischen Kindergarten Hohensachsen

Die gesamte Kindergartenzeit,  ist für alle Kinder eine Zeit des Lernens. Alle Räume, Materialien und die Begleitung und Unterstützung durch die Erzieherinnen und das Zusammensein mit anderen Kindern bieten Gelegenheiten für die Kinder sich weiterzuentwickeln. Die Kinder gestalten ihren Tag im Kindergarten zu einem großen Teil selbst bestimmt. Die Beobachtung der Kinder durch die Erzieherin stellt sicher, dass die Kinder bestimmte Aktivitäten, die für ihre Entwicklung wichtig sind, nicht dauerhaft meiden bzw. dass dadurch keine Nachteile für die Entwicklung der Kinder entstehen. Hier muten wir den Kindern unter Umständen entsprechende Aufgaben zu. Malen, Stifthaltung, zählen, sortieren, zuhören können, Ausdauer erlangen, sich konzentrieren können, Konflikte selbständig lösen, Rücksicht nehmen, einander helfen, eigene Bedürfnisse erkennen oder auch mal zurückstellen, schwierige Situationen bewältigen, Enttäuschungen verkraften, sich körperlichen Herausforderungen stellen, Verantwortung übernehmen all das sind Anforderungen, die alle Kinder im Laufe ihrer Kindergartenzeit bewältigen müssen. Deshalb unterscheidet sich das letzte Kindergartenjahr ihres Kindes nicht wesentlich von den vorherigen Jahren. Die Kooperation mit der Grundschule und  einige besondere Projekte und Aktionen, die später näher beschrieben werden, bereiten die Kinder auf den Übergang in die Schule vor. Uns ist die ganzheitliche Förderung der Kinder während ihrer gesamten Kindergartenzeit wichtig. Dies geschieht durch die Nutzung der verschiedenen Funktionsbereiche, Projekte und Aktivitäten und natürlich auch in der Gemeinschaft der Gruppen.

Die Erzieherinnen lernen durch die Beobachtung der Kinder und den Austausch mit den Eltern jedes Kind und seine Bildungsbiographie kennen. Dadurch wird es  möglich auf das individuelle Bildungsbedürfnis des Kindes eingehen. Im Laufe der etwa dreijährigen Kindergartenzeit werden die Kinder in der Regel in allen Bildungs- und Entwicklungsfeldern ausreichende Erfahrungen sammeln, um den neuen Herausforderungen, die durch die Schule auf sie zukommen mit Neugierde und Vorfreude zu begegnen.

Vorrangiges Ziel im letzten Kindergartenjahr im Rahmen der Kooperation mit der Schule ist es, die Kinder beim Übergang vom Kindergarten in die Schule so zu unterstützen, dass die Belastung, die jedes Kind durch einen solchen Wechsel erfährt, nicht zur Überlastung wird. Dazu gehört das gegenseitige Kennenlernen der Kinder und der Kooperationslehrerin, des Schulgebäudes und der schulischen Abläufe. Mit unserer Hilfe, sollen sie erfahren, dass sie neue Herausforderungen annehmen können, dass damit „Arbeit“ verbunden ist und dass sie durch Eigenaktivität in der Lage sind den Verlauf eines Geschehens mit zu beeinflussen.

Hierdurch wird ihre Selbstwirksamkeitsüberzeugung gestärkt, die auch bei der Bewältigung zukünftiger Probleme von großer Bedeutung ist. Kinder die erleben, dass schwierige Situationen durch ihre eigene Anstrengung gelöst werden, nehmen Herausforderungen an und verfallen nicht in Resignation „Das kann ich nicht, das schaff ich nicht“  Wir wollen Kinder stark machen ihr Leben selbst zu gestalten.

Der Bereich „Übergang in die Grundschule“ im Orientierungsplan Baden-Württemberg

Im Orientierungsplan Baden-Württemberg ist im Bereich „Übergang in die Grundschule“ ein eigenes Kapitel gewidmet. Hier werden die Grundlagen für die Zusammenarbeit zwischen Eltern, Kindergarten und Schule erläutert, die zum gelingendes Übergangs beitragen.

„Damit dieser Übergang nicht zum Bruch, sondern zur Brücke wird, kooperieren Erzieherinnen/Erzieher, Lehrkräfte und Eltern frühzeitig und vertrauensvoll“ (Orientierungsplan BW, S. 54). Die „Entwicklung und Förderung der Schulfähigkeit ist“ laut Orientierungsplan „die gemeinsame Aufgabe von Kindergarten und Grundschule“ (Orientierungsplan BW, S. 55). Motivation, Anstrengungsbereitschaft, soziale und emotionale Kompetenzen und kognitive Voraussetzungen sind Bestandteil von Schulfähigkeit. Die Aufgabe der Erzieherinnen und Lehrerinnen ist es, einen verbindlichen Kooperationsplan zu erstellen, um diese Ziele umzusetzen. Hier wird die Beobachtung der Kinder zur Feststellung des Entwicklungsstandes hervorgehoben, um am individuellen Bedarf orientierte Entwicklungsförderung leisten zu können. Die Zusammenarbeit mit den Eltern wird betont. Durch die im orientierungsplan verfolgten Bildungs- und Entwicklungsfelder (Sinne, Körper, Sprache, Denken, Gefühl und Mitgefühl, Sinn, Werte und Religion) erwerben die Kinder während ihrer gesamten Zeit im Kindergarten Kompetenzen, die sie befähigen, im weiterführenden Bildungsbereich Grundschule anzuknüpfen. Die Kooperation zwischen Kindergarten und Schule stellt dafür eine Brücke dar.

Zusammenarbeit mit den Eltern

Der Austausch mit den Eltern ist für ein Gelingen des Übergangs von großer Bedeutung. Deshalb bieten wir verschiedenen Gelegenheiten für  gegenseitige Rückmeldungen und zur Information an.

  • Informationselternabend im September des letzten Kindergartenjahres
  • Ein Elterngespräch mit den Erzieherinnen der Gruppe im
  • Ein Gespräch nach der Differenzierungsprobe* im Februar mit der Kooperationserzieherin
  • Bei Bedarf kann jederzeit ein zusätzliches Elterngespräch vereinbart werden
  • Informationselternabend in der Schule im Mai vor der Einschulung

Formales zur Schulanmeldung

  • Eine Einladung zur Schulanmeldung des Kindes  wird jedem      schulpflichtigen Kind von der Schule zugesandt, in der Regel im Mai.
  • Schulpflichtig ist ein Kind wenn es bis zum Stichtag (30.09.des Einschulungsjahres) das sechste Lebensjahr vollendet hat.
  • Eine Zurückstellung des Kindes vom Schulbesuch muss bei der Schulleitung beantragt werden. Diese entscheidet auch über die Rückstellung.
  • Kinder, die zwischen dem 01.10. bis 30.06. des Einschulungsjahres geboren sind, können auf Wunsch der Eltern vorzeitig eingeschult werden. Hierzu müssen die Eltern die Initiative ergreifen und Kontakt mit der Schulleitung aufnehmen. Die Schulleitung entscheidet über die vorzeitige Einschulung.
  • Eine schulärztliche Untersuchung findet in der Regel 1-1,5 Jahre vor der Einschulung statt Hierzu gibt es ebenfalls eine schriftliche Einladung. Die Termine werden jedoch durch den Kindergarten vergeben.

Die Differenzierungsprobe für Fünf- bis Sechsjährige (DP I)

Die Differenzierungsprobe nach Breuer/Weuffen stellt ein Verfahren dar, das verschiedene Wahrnehmungsbereiche überprüft, die Voraussetzungen für den Lese-Schreib-Lernprozess sind.

Überprüft werden:

  1. Die optisch-graphomotorische Differenzierungsfähigkeit

Hier müssen unbekannte Zeichen angeschaut und aus dem Gedächtnis nachgemalt werden.

  1. Die phonematische Differenzierungsfähigkeit

Hier werden ähnlich klingende Worte wie z. B. Topf und Kopf auf einem Bild gezeigt und ein Wort wird gesprochen. Das Kind muss auf das gesprochene Wort deuten.

  1. Die kinästhetische Differenzierungsfähigkeit

Hier werden schwierig auszusprechende Worte vorgesprochen, das Kind soll diese nachsprechen.

  1. Die melodische Differenzierungsfähigkeit

Hier werden verschiedene Melodien vorgesungen, das Kind soll diese nachsingen.

  1. Die rhythmische Differenzierungsfähigkeit

Hier werden verschiedenen Rhythmen vorgeklatscht, das Kind soll diese nachklatschen.

Rückstände in den sprachbezogenen Wahrnehmungsleistungen werden bei Vorschulkindern nur dann bemerkt, wenn sie deren Alltagsverhalten sichtlich beeinträchtigen. Mit der DP I werden auch subtilere bzw. massiv-partielle Mängel, die den Lese-Schreib-Lernprozess mitunter stark belasten können, sichtbar gemacht. Mit dem Einverständnis der Eltern wird die DP I im Januar des letzten Kindergartenjahres von der Kooperationslehrerin durchgeführt. Die Ergebnisse werden den Eltern in einem kurzen Gespräch mitgeteilt. Sollte sich ein Förderbedarf ergeben wird gemeinsam mit den Eltern erörtert, welche Maßnahmen zu ergreifen sind. Zu diesem Zeitpunkt kann der Förderbedarf im Bereich der schriftsprachlich bezogenen Wahrnehmung prophylaktisch wirkungsvoll angegangen werden.

Regelmäßige Aktivitäten im Rahmen der Kooperation mit der Grundschule

Zur Unterstützung der Kinder bei der Bewältigung des Übergangs vom Kindergarten in die Grundschule sind folgende Aktivitäten geplant:

Aktivitäten:

  • Besuche der Kooperationslehrerin im Kindergarten
  • 14 tägige Besuche der Kinder in der Schule. Der Tag ist abhängig von der jährlichen Unterrichtsplanung der Schule.
  • Besuch der Schulbücherei mit Bücherausleihe

Besuche der Kooperationslehrerin im Kindergarten und Besuche der Kinder in der Schule

Ziele:

  • Gegenseitiges Kennen lernen
  • Beobachten der Kinder durch die Lehrerin und feststellen eines eventuellen Förderbedarfs.
  • Die Kinder sollen Ängste abbauen und vertraut mit den Räumen und Abläufen in der Schule werden

Schwimmen/ Turnen (für alle) 

Ziele:

  • Kennen lernen der verschiedenen Sportgeräte
  • Vermehrtes Spielen von Regelspielen
  • Spaß an der Bewegung erfahren
  • An körperliche Grenzen stoßen und diese zu überwinden versuchen
  • Wiederholte gezielte Beobachtung wie die Kinder auf einem Bein hüpfen, verschiedene Gangarten bewältigen, Balancieren etc.
  • Spaß in der Gruppe im Wasser erleben
  • Zunehmende Überwindung von individuellen Grenzen, sich Herausforderungen stellen, Angst überwinden
  • Zunehmend Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gewinnen
  • Die Kinder sollen Verantwortung für die eigenen Sachen übernehmen, Gepäck bewältigen beim Umziehen, lernen den Umfang des Gepäcks auf die eigenen Kräfte abzustimmen
  • Sich als „Großer“ wahrnehmen, weil ich Schulanfänger bin, kann ich schon Aktivitäten mitmachen, die besondere Fähigkeiten verlangen.
  • Spüren, dass andere (Erwachsene u. Kinder) mir etwas zutrauen

Schulanfängerausflug:

Ziele.

  • Der Ausflug soll den „krönenden“ Abschluss des letzten Kindergartenjahr darstellen
  • Spaß in der Gruppe erleben
  • Zunehmende Überwindung von eigenen individuellen Grenzen, sich Herausforderungen stellen, Angst überwinden
  • Zunehmend Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gewinnen
  • Training zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, kennen lernen unterschiedlicher öffentlicher Verkehrsmittel (neben Straßenbahn auch Bus und Zug kennen lernen)
  • durch die Wege die aktiv zurückgelegt werden müssen, eine Vorstellung von Entfernungen bekommen (durch passives Mitfahren im Auto können die Kinder diese Erfahrung nicht machen, deshalb nutzen wir hier auch kaum Fahrgemeinschaften oder einen gemieteten Bus)
  • Zunehmende Sicherheit im Straßenverkehr, Übernahme von Verantwortung für die eigene Sicherheit

 

Welche Pflichten haben Schulanfänger?

Wir sind der Auffassung, dass von Kindern selbst gesteuerte Lernprozesse im Vorschulalter die ideale Form des Lernens darstellen, jedoch gibt es auch Themen, Anlässe, Projekte und Aufgaben, die wir den Kindern zumuten wollen.

Wir verpflichten Kinder, weil wir sie in ausgewählten Situationen beobachten wollen, die uns etwas über ihren Entwicklungsstand sagen und wir dadurch Einblick bekommen, wo wir sie in ihrem Lernen noch unterstützen können. Dazu ist es nötig sie in Gruppensituationen, sowie im direkten Erzieherinnen-Kind Kontakt zu erleben.

Wir muten den Kindern folgende Themen, Aktivitäten und Pflichten zu:

  • Besuch der Bücherei
  • Schulbesuche
  • Schwimmen
  • eigene Schultüte basteln
  • Verantwortung für sich selbst, das eigene Tun und auch die "Kleinen" übernehmen

 

 
Kontakt

Steingasse 1
69469 Weinheim
Telefon: 06201 52796
Telefax: 06201 52959
Kirche: Lutherstraße 14
E-Mail: hohensachsen[at]kblw[dot]de

Pfarrerin Dr. Gesine v. Kloeden
Pfarramtssekretärin Erna Schlag

Öffnungszeiten des Pfarramts
Dienstag und Freitag von 10.00 bis 12.00 Uhr


zum Kontaktformular

Gottesdienste

mit wenigen Ausnahmen immer sonntags um 9.30 Uhr

Jahreslosung

Suche Frieden und jage ihm nach!
(Psalm 34,15)